"Lernen ist wie Rudern gegen den Strom. Hört man damit auf, treibt man zurück."
- Laozi

Anglistik

Das Studium der Anglistik hat sich in den letzten Jahrzehnten deutlich gewandelt. Weg von einer Betonung von Linguistik und Literatur hin zu einem eher kulturwissenschaftlichen Ansatz, der auch die historischen und gesellschaftlichen Zusammenhänge vermittelt, ebenso Grundwissen über Politik und Wirtschaft. Der an diesem Studium interessierte Abiturient sollte sich unbedingt über die verschiedenen Angebote an deutschen Universitäten informieren, denn die anglistischen Institute haben teilweise ganz unterschiedliche Ausrichtungen; einige setzen einen linguistischen Schwerpunkt, andere haben sich dem Feminismus verschrieben, wiederum andere setzen auf enge Kontakte zu Politik oder Wirtschaft und bevorzugen daher praxisorientierte Angebote. Neben den Internetauftritten der Institute sind auch die jeweiligen Fachschaften ideale Ansprechpartner und Ratgeber.

Zu Beginn eines Anglistik-Studiums wird neben einer soliden Grundlage des Englischen (die im Idealfall bereits durch beispielsweise ein Auslandsjahr an einer englischen Schule erworben wurde) in mehreren Kursen Aufbau und Struktur des Englischen gelehrt. Neben diesem linguistischen Grundwissen zählt auch der Erwerb einer älteren Sprachstufe zum Studienprogramm. Auch wenn für die wenigsten Studierenden dieser Zweig der Anglistik der Anlass war, das Studium aufzunehmen, macht es schließlich allen Spaß, uralte Texte verstehen und selbst übertragen zu können. Ebenfalls in diese Phase fällt zumeist der Erwerb umfassender Kenntnisse der englischen Literatur der frühen Neuzeit bis zur aktuellsten Gegenwartsliteratur.

Wird Anglistik als Bachelor-Studium studiert, kommen jetzt noch Literaturkurse sowie zumeist ein oder zwei Module wie Englische Politik oder Englische Wirtschaft hinzu. Anglistik als Magisterstudiengang bietet nach dem Grundstudium die Möglichkeit, ein bestimmtes Gebiet zu vertiefen. Wird beispielsweise als weiteres Fach Betriebswirtschaftslehre studiert, bietet sich eine ökonomische Ausrichtung auch des Anglistikstudiums an. Wer Medienwissenschaften studiert, tut gut daran, sich nicht nur auf englischen Film oder englisches Theater zu spezialisieren; auch eine studienbegleitende Tätigkeit in einer englischen Kulturinstitution vor Ort oder ein Auslandssemester bei einem englischen Arbeitgeber erhöhen die Chancen beträchtlich, nach dem Studienabschluss Arbeit zu finden, die den erworbenen Fähigkeiten entspricht.

Ohnehin ist es für Anglisten wichtig, sich frühzeitig um Praxisbezug zu bemühen. Praktika bei potenziellen Arbeitgebern können ein Weg in diese Richtung sein, freie Mitarbeit, beispielsweise in den Semesterferien ein anderer. Eine Abschlussarbeit in Abstimmung mit einer englischen Firma oder Institution ist geradezu ein Königsweg in ein späteres Anstellungsverhältnis. Durch das zusätzliche Belegen pädagogischer Seminare ist auch der Quereinstieg in den Lehrerberuf möglich.