"Lernen ist wie Rudern gegen den Strom. Hört man damit auf, treibt man zurück."
- Laozi

Buchkunst

Unter Buchkunst versteht man die Verzierung von Büchern durch Grafiken, Malereien und Applikationen, sowohl innerhalb des Buches als auch auf dem Umschlag. Die Tradition der Buchkunst reicht bis in des zweite Jahrhundert vor Christus zurück und begann mit den Verzierungen von Schriftrollen. In der Antike setzte sich, mit dem Aufkommen der Kodizes, die Buchkunst fort und verbreitete sich immer stärker. Auch die Art der Verzierungen wurde immer Vielfältiger und mit der Zeit bildeten sich einzelne Schulen heraus, die sich nicht nur auf das Abschreiben der Schriften, sondern auch auf die Verzierung dieser spezialisierten. Nach dem Zusammenbruch der Antiken Reiche führte das Byzantinische Reich bis ins 15. Jahrhundert die Tradition der Buchkunst fort, aber auch im westlichen, lateinische Europa entwickelte sich die Kunst Bücher zu Gestalten immer weiter, und erlebte seine Blüte im Mittelalter. Hier wurde vor allem die christliche Buchkunst betrieben, dazu wurden vorwiegend für Klöster und Könige bzw. Kaiser Bücher angefertigt und vervielfältigt. Exklusive Bücher erkennt man vor allem an ihren detailreichen Zeichnungen und an den Verzierungen des Buchumschlages mit Steinen, Elfenbeinreliefen und vielen Vergoldungen.
Die Bilder waren von Anfang an in das Konzept des Buches integriert und nahmen entweder gleich eine ganze Seite ein oder es befanden sich im Fließtext an der passenden Stelle Miniaturen. Aber auch Bordüren und die Initiale wurden immer bunter und filigraner verziert, so dass auch hier immer wieder kleine Kunstwerke entstanden.
So wie sich der Stil mit der Zeit immer weiter wandelte, so veränderte sich auch die Technik der Buchkunst. Anfänglich wurden Wasser- und Deckfarben genommen und mit feinem Pinsel aufgetragen und bei besonders wertvollen Kodizes wurde der Hintergrund mit Blattgold hinterlegt. Als sich die Buchkunst immer weiter verbreitete griff man später nur noch auf lasierte Federzeichnungen zurück und behielt die farbigen Malereien für repräsentative Bücher vor. Nachdem der Buchdruck sich etablierte und man anfänglich noch die Bilder nachkoloriert hatte, fing man dann in der zweiten Hälfte des 15. Jahrhunderts mit Holzdrucken an und verzichtete auf einzelne Malereien. Doch durch die immer weitere Verbreitung und Automatisierung des Buchdrucks wurden die künstlerischen Verzierungen in Bücher immer weiter zurück gedrängt und schließlich komplett auf handgemachte Verzierungen verzichtet.