"Lernen ist wie Rudern gegen den Strom. Hört man damit auf, treibt man zurück."
- Laozi

Alles Nichts ohne Chemie

Mit Chemie kommt man im Laufe seines Lebens zuerst in der Schule in Berührung. Da ist das Schulfach Chemie aufregend und mit interessanten Vorführungen von Experimenten gespickt. Der Chemiebaukasten ist plötzlich ein begehrtes Geschenk und Eltern bangen um ihr hart erspartes Eigenheim, wenn die Sprößlinge die Theorie des Unterrichts im Kinderzimmer nachvollziehen möchten. Da qualmt und knallt es schon einmal.
Mit Chemie kommt aber jeder Mensch irgendwie und meist vielfach in Berührung, da sie mittlerweile alle Lebensbereiche durchzieht. Es gibt die verschiedensten Labore und Laborberufe. In der Schule lernt mal als erstes das Periodensystem der Elemente kennen und kommt dann später mit den Verbindungen der Elemente in Berührung. Wasser aus der Leitung heißt plötzlich H2O und Kochsalz NaCl.
Diese Verbindungen findet man sowohl in vielen Lebensmitteln, Textilien, Farben, Haushaltchemikalien und vielen anderen Produkten. Es gibt ganze Geschäftszweige der verschiedensten Chemierichtungen.
Laboranten der Petrolchemie z.B. untersuchen die Qualität von petrolchemischen Produkten, wie: Motoröle, Kohlenanzünder, Benzin, Vaseline und anderer Schmierstoffe. Den Beruf des Laboranten gibt es aber auch in der Physikalischen Chemie, der Biochemie der Lebensmittelchemie, Pharmazie oder Photo- bzw. Farbchemie.
Viele Lebensmittel oder auch Tierfuttermittel müssen nach bestimmten Gesichtspunkten im Lebensmittellabor untersucht werden. Da hat man viele Grenzwerte von Belastungen mit Schadstoffen z.B. aus Düngemittel- oder Pestizidrückständen einzuhalten.Weitere Vorschriften besagen, wie hoch der Anteil an künstlichen Zusatzstoffen wie Aromen, Farbstoffen, Konservierungsstoffen oder Füllstoffen sein darf.
In der Textilbranche gibt es z.B. besonders hohe Anforderungen an BIO-Textilien, bei denen bestimmte Inhaltsstoffe ganz verboten sind. Eine eigene ISO Norm regelt die konkreten Anforderungen.
Da reicht es z.B. schon aus, dass ein Kleidungsstück diese Norm nicht erfüllt, wenn der Stoff und die Verarbeitung alle Anforderungen erfüllt, aber z.B. die Knöpfe mit nicht zulässigen Farben gefärbt wurden.
Das gleiche gilt auch in der Lederindustrie, wo die Chemie der verwendeten Produkte eine große Rolle spielt.
So zieht sich die Chemie durch alle Lebensbereiche und ist auch nicht mehr weg zu denken. Denn wie sollte denn heute noch ein gesundes Leben möglich sein, wenn man die Bestandteile der Nahrung nicht kennen würde. Von der Fertigsuppe bis zum Überraschungsei geht alles durchs Lebensmittellabor und wird erst zum Handel zugelassen, wenn die vorgeschriebenen Anteile der Zutaten den Vorschriften entsprechen.