"Lernen ist wie Rudern gegen den Strom. Hört man damit auf, treibt man zurück."
- Laozi

Erziehungswissenschaft

Die Erziehungswissenschaft, auch Pädagogik genannt, beschäftigt sich mit der theoretischen und praktischen Umsetzung von Erziehung und Bildung. Für die Ziele der Erziehung und Bildung gibt es innerhalb der Erziehungswissenschaft keine einheitliche Position. Die Unterscheidung der Begriffe Pädagogik und Erziehungswissenschaft ist rein historisch zu sehen. Der Begriff Pädagogik wurde schon in der Antike verwendet. Heute gliedert sich die Pädagogik in mehr als 25 Teildisziplinen. Diese sind unter vier Überkategorien einzuordnen. Dazu gehören die Allgemeine Pädagogik, die Spezielle und differentielle Pädagogik, die Fachrichtungen und Anwendungsfächer, die fachübergreifenden und interdisziplinären pädagogischen Disziplinen und die Nachbardisziplinen und Hilfswissenschaften.

Die Allgemeine Pädagogik ist damit befasst, allgemeine pädagogische Erkenntnisse zu liefern und den anderen Teildisziplinen zur Verfügung zu stellen. Zur Allgemeinen Pädagogik gehören unter Anderem die Biographieforschung, die Erziehungs- und Bildungsphilosophie, die Historische und die Vergleichende Pädagogik und die Methodistik.

Die Spezielle und differentielle Pädagogik umfasst die Bereiche in denen Pädagogik konkret zur Anwendung kommt. Dazu gehören unter anderem die Betriebspädagogik, die Medienpädagogik und die Politische Bildung.

Zu den fachübergreifenden interdisziplinären pädagogischen Disziplinen zählen die Kriminologie, die pädagogische Psychologie und die Bildungssoziologie. Diese Bearbeiten bestimmte Fragestellungen mit den Instrumentarien anderer Fachrichtungen.

Die Nachbardisziplinen und Hilfswissenschaften sind all jene Disziplinen, die zu der Entwicklung der Pädagogik beigetragen haben, ihr aber nicht direkt zuzuordnen sind. Dazu gehören zum Beispiel die Philosophie, die Soziologie, die Anthropologie und die Neurowissenschaften.

In der Erziehungswissenschaft gibt es drei Hauptströmungen. Dies sind die Geisteswissenschaftliche Pädagogik, die Empirische Erziehungswissenschaft und die Kritische Erziehungswissenschaft. In der Geisteswissenschaftlichen Pädagogik wird die Erziehung und Bildung als geschichtliches und kulturelles Phänomen betrachtet. Die Theorie dieser Strömung wird aus der pädagogischen Praxissituation heraus entwickelt. Normen und Werte spielen eine besondere Rolle. In der Empirischen Erziehungswissenschaft hingegen sind statistische Beobachtungen die Grundlage der Theorien. Normen und Werte werden weitestgehend ausgeblendet. Die Kritische Erziehungswissenschaft wiederum hat zum Ziel, dass aus dem pädagogischen Prozess mündige und kritische Subjekte hervorgehen sollen.

Generell wird das pädagogische Handeln als eine Form des sozialen Handelns betrachtet. Dies ist auf die Veränderung von Menschen und deren Beziehungen ausgerichtet. Richtiges und falsches Handeln gibt es hier nicht. Es kann nur ‚angemessen‘ gehandelt werden. Hauptziel des pädagogischen Handelns ist es demnach, Lernen zu ermöglichen.