"Lernen ist wie Rudern gegen den Strom. Hört man damit auf, treibt man zurück."
- Laozi

Germanistik

Germanistik gehört zum Gebiet der Geisteswissenschaften. Sie analysiert, manifestiert und vermittelt die deutsche Sprache und Literatur. Ein weiterer Bereich, den die Germanistik erfasst ist die Ergründung aller germanischer Sprachen in Bezug auf Kultur und Literatur und ihren Beziehungen zueinander.
Die Germanistk gliedert sich in drei Teildisziplinen: (1) die germanistische Linguistik (2) Neuer (und Neuste) deutsche Literatur und (3) Mediävistik.
Die Germanistische Linguistik beschäftigt sich mit der deutsche Sprache in ihrer diachronischen Sprachentwicklung und und die Verbindung der verschiedenen Sprachsysteme. Sie beginnt beim Althochdeutschen, erstreckt sich über das Mittel- und Frühneuhochdeutsche und erkundet schließlich das Neuhochdeutsche. Der Fokus auf der Sprachbetrachtung liegt auf der Phonologie/Phonetik, Lexik, Grammatik, Syntak sowie auf der Ergründung ganzer Sätze und Texte. Ebenso versucht sie auf die Aspekte der verschiedenen Sprachstile (Umgangs-, Schriftsprache und Dialekte) näher einzugehen.
Die Germanistische Literaturwissenschaft befasst sich mit mit der altertümlichen und neuzeitlichen Literatur. Die Mediävistik beinhaltet demzufolge die literarischen Werke vom frühen Mittelalter bis zu Neuzeit, die Neuere deutsche Literatur erstreckt sich über die Werke zu Beginn des 16. Jahrhunderts bis heute.
Hauptaugenmerk der Germanistischen Literaturwissenschaft liegt auf der Betrachtung von Gattungen, Literaturformen und Intentionen, warum Werke verfasst wurden sowie auf ihren Autoren und Epochen.
Um die Germanistik historisch zu betrachten liegen ihre Anfänge im 9. Jahrhundert bei Tacitus, welcher bekundetet, dass die Germanen den Fürst der Cherusker besungen hatten. Dennoch wird der eigentliche Beginn erst mit dem Humanismus zeitlich belegt.
Eigenständige Wissenschaft und damit auch an Universitäten lehrbar ist sie erst seit Beginn des 19. Jahrhunderts. Als Urväter gelten Georg Friedrich Benecke, die Gebrüder Grimm und Karl Lachmann.
1810 hatte Friedrich Heinrich von der Hagen den ersten Lehrstuhl als Professor für Germanistik an der Universität Berlin inne. Während die Hauptthemen der frühen Germanistik die des Nibelungenliedes und des Minnesanges waren, widmete man sich später dem Barock. Diese Betrachtungen des Barock war keinesfalls einfach, denn sie stellte Autoren als geniale Schöpfer dar, dies war jedoch völlig falsch, da auch sie sich nur an klassischen Vorbildern orientierten.
Seit 1960 werden die Methoden differenziert, Neues Grundgedanken sind die des Strukturalismus, der Rezeptionsästhetik, später Intertextualitäten und Diskursanalysen und Aspekten, welche poststrukturalistisch, semiotisch, dekonstruktiv, postfeministisch und feministisch oder feld- und systemtheoretisch sein können.